Mut­ter­schutz für stil­len­de Mütter

Der Mut­ter­schutz endet nicht mit dem Ende der Schutz­frist acht oder zwölf Wochen nach der Ent­bin­dung. Sofern die Mut­ter danach nicht in Eltern­zeit geht, bestehen auch wei­ter­hin für die Zeit, in dem die Mut­ter ihr Kind stillt, beson­de­re Schutz­pflich­ten des Arbeitgebers:

Beschäf­ti­gungs­ver­bo­te

So dür­fen stil­len­de Mütter

  • nicht mit bestimm­ten Gefahr­stof­fen arbeiten,
  • kei­ne Akkord­ar­beit leisten
  • nicht am Fließ­band arbei­ten und
  • nicht mit kör­per­lich schwe­ren oder belas­ten­den Arbei­ten beschäf­tigt werden.

Sofern die stil­len­de Mut­ter auf­grund eines Beschäftigungsverbotes

  • mit ande­ren Arbei­ten beschäf­tigt oder
  • ganz oder teil­wei­se von der Arbeit frei­ge­stellt wird,

hat sie gleichwohl

  • Anspruch auf ihren Durchschnittsverdienst, 
    • berech­net nach dem Verdienst 
      • der letz­ten drei Mona­ten (bei monat­li­cher Zah­lung), sonst
      • der letz­ten 13 Wochen
    • vor Beginn der Schwan­ger­schaft, wobei
    • zwi­schen­zeit­li­che Lohn­er­hö­hun­gen anzu­rech­nen sind.

Still­pau­sen

Ins­be­son­de­re aber ste­hen eine stil­len­de Arbeit­neh­me­rin, die ihre Arbeit wie­der auf­ge­nom­men hat, auch wäh­rend der Arbeits­zeit Still­pau­sen zu. Die Län­ge die­ser Still­pau­sen ist durch das Mut­ter­schutz­ge­setz geregelt:

Der stil­len­den Mut­ter ste­hen Still­pau­sen von

  • zwei­mal täg­lich eine hal­be Stun­de oder
  • ein­mal pro Tag eine Stunde

zu. Die­se Still­pau­sen ver­län­gern sich

  • bei einer zusam­men­hän­gen­den Arbeits­zeit von mehr als acht Stunden,
  • die nicht durch eine Ruhe­pau­se von min­des­tens zwei Stun­den unter­bro­chen wird,

auf

  • zwei­mal eine Still­zeit von min­des­tens 45 Minu­ten oder
  • wenn in Arbeits­platz­nä­he kei­ne Still­ge­le­gen­heit besteht: eine Still­zeit von min­des­tens 90 Minuten.

Die­se Still­pau­sen hat der Arbeit­ge­ber wäh­rend der bezahl­ten Arbeits­zeit zu gewäh­ren, dies bedeutet:

  • Die Still­zeit darf nicht auf die fest­ge­setz­ten Ruhe­pau­sen ange­rech­net werden.
  • Die stil­len­de Mut­ter muss die Still­zeit weder vor­ar­bei­ten noch nacharbeiten.
  • Die Still­zeit darf bei der wer­den­den Mut­ter nicht zu einem Ver­dienst­aus­fall führen.