Unabhängig von der im konkreten Einzelfall bestehenden Gefährdung und unabhängig von individuellen Beschäftigungsverboten aufgrund eines ärztlichen Attestes schreibt der Gesetzgeber für bestimmte Arbeiten ein generelles Beschäftigungsverbot vor. Es gibt also Arbeitssituationen, in denen werdende Mütter in keinem Fall eingesetzt werden dürfen. Solche generellen Beschäftigungsverbote bestehen

  • für alle Schwangeren und stillenden Mütter bei
    • Akkordarbeit und
    • Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo;
    • Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr,
    • Arbeit an Sonn- und Feiertagen und bei
    • Mehrarbeit.
  • für alle werdende Mütter bei Arbeiten,
    • bei denen entweder
      • regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder
      • gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg Gewicht

      Lasten ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden;

    • bei denen Geräte und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung bedient werden müssen,
    • die mit dem Schälen von Holz befasst sind,
    • bei denen sie infolge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der Gefahr an einer Berufskrankheit zu erkranken ausgesetzt sind, oder
    • bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit
      • eine erhöhte Gefährdung für die werdende Mutter oder
      • eine Gefahr für die Leibesfrucht

      besteht, oder

    • bei denen sie erhöhten Unfallgefahren ausgesetzt sind.
  • nach Ablauf des dritten Schwangerschaftsmonats bei Arbeiten auf Beförderungsmitteln,
  • nach Ablauf des fünften Schwangerschaftsmonats bei Arbeiten, bei denen die Schwangere
    • ständig stehen muss, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,
    • sich häufig erheblich strecken oder beugen oder
    • sich dauernd hocken oder sich gebückt halten

    muss.

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