Neben dem Kündigungsschutz bedeutet Mutterschutz aber auch einen Schutz für die werdende Mutter und ihr Kind am Arbeitsplatz. So ist der der Arbeitgeber verpflichtet, eine werdende oder stillende Mutter während der Schwangerschaft und nach der Entbindung so beschäftigen, dass sie vor Gefahren für Leben und Gesundheit ausreichend geschützt ist. Soweit erforderlich muss auch ihr Arbeitsplatz einschließlich der dort vorhandenen Maschinen, Werkzeuge und Geräte so eingerichtet werden, dass Gefahren für die (werdende) Mutter vermieden werden. Die Anforderungen hierzu enthält neben dem Mutterschutzgesetz auch das Arbeitsschutzgesetz und die (auch für Beamtinnen geltende) Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV). In Zweifelsfällen hat die Aufsichtsbehörde zu klären, ob der Arbeitsplatz oder und die Arbeitsbedingungen eine Gefährdung der werdenden und stillenden Mutter bedeuten können. Hierfür kann sich sowohl der Arbeitgeber wie auch die (werdende) Mutter an die Aufsichtsbehörde wenden.

Arbeitszeiten[↑]

Werdende und stillende Mütter

  • über 18 Jahre dürfen
    • nicht mehr als höchstens 8½ Stunden täglich oder
    • 90 Stunden in der Doppelwoche,
  • Frauen unter 18 Jahren
    • nicht mehr als höchstens 8 Stunden täglich oder
    • 80 Stunden in der Doppelwoche

arbeiten.

Nicht zur Arbeitszeit zählen die gesetzlichen Ruhepausen sowie die Fahrzeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle.

Für bestimmte Branchen sind nach § 8 MuSchG allerdings begrenzte Abweichungen von diesen Höchstarbeitszeiten erlaubt. Dies betrifft etwa Tätigkeiten

  • in Krankenhäusern,
  • im Hotel- und Gaststättengewerbe,
  • in der Landwirtschaft,
  • in Familienhaushalten und
  • von Künstlerinnen.

Pausen- und Ruhemöglichkeiten[↑]

Einer Schwangeren sowie einer stillenden Mutter muss es vom Arbeitgeber ermöglicht werden, sich während der Pausen unter geeigneten Bedingungen hinzulegen und auszuruhen. Soweit dies aus aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist, muss dies auch während der Arbeitszeit ermöglicht werden.

Schwere oder gefährliche Arbeiten[↑]

Werdende Mütter dürfen nicht bei bestimmten Arbeiten eingesetzt werden, bei anderen Arbeiten existieren besondere Schutzvorschriften.

Hierzu bestehen

 

Besondere Schutzvorschriften[↑]

Des Weiteren bestehen besondere Vorschriften zum Schutz von werdenden und stillenden Müttern beim Umgang mit

  • Druckluft,
  • Röntgenstrahlen und
  • radioaktiven Stoffen.

Auch der Umgang mit chemischen und biologischen Schadstoffe kann eine Gefährdung für die werdende oder stillende Mutter bedeuten und darf daher besonderer Vorsichtsmaßnahmen seitens des Arbeitgebers.

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